Digitale Transformation


Leitstellen setzen auf digitale Plattformen

Beitrag aus dem SICHERHEITSFORUM 5/16
Von Peter Monte

Der technologische Fortschritt führt auch in der Sicherheitsbranche zu einschneidenden Veränderungen. Die Umstellung von der analogen auf die digitale Übertragungstechnologie konfrontiert gezwungenermassen die Errichterfirmen und Leitstellenbetreiber mit der digitalen Transformation.

Viele Anbieter haben bewährte Businessmodelle einfach auf die digitale Technologie übertragen und dabei vergessen, dass sich mit dem Technologiewandel auch in diesem Segment völlig neue Ansätze und Perspektiven ergeben. Im Kampf um Kunden und um möglichst viele Aufschaltungen gewinnt nur derjenige, der die langfristigen Trends erkennt und frühzeitig die entsprechenden Konsequenzen für sein Unternehmen daraus zieht. Viele Leitstellen haben im Zuge der EN 50518 ihre internen Prozesse neu ausgerichtet und gestrafft. Die externen Abläufe mit Errichtern oder Kunden wurden jedoch praktisch nicht berücksichtigt.

Innovative Leitstellen sehen in der Digitalisierung eine Chancen
Leitstellen setzen heute eine Vielzahl von herstellerbasierten Empfängern ein, die nur wenige permanente Verbindungen zuverlässig empfangen können und so die teuren klimatisierten Quadratmeter der hauseigenen Datencenter kontinuierlich befüllen. Die IT-Verantwortlichen einer Leitstelle stöhnen auf, wenn wieder ein neues Protokoll integriert werden muss. Für den IT-Spezialisten bedeutet es, dass ein zusätzliches System betrieben und natürlich auch gewartet werden muss. Die Hotline, als erster Ansprechpartner für Supportfragen, ist meistens mit dem Systemdschungel überfordert und kann deshalb nicht wie gewünscht zufriedenstellende Antworten liefern. All dies geht zu lasten der Flexibilität, Qualität und der Ressourcen einer Leitstelle. Innovative Leitstellen sehen die fortschreitende Digitalisierung als Chance und setzen auf verschiedene, schon heute vorhandene Elemente.

Fortschrittliche Übertragungssysteme
Fortschrittliche Übertragungssysteme werden in professionellen Datencentern georedundant betrieben und sind in der Lage, die höchsten Sicherheitsansprüche zu befriedigen. Solche Systeme sind in der Regel skalierbar und können gleichzeitig Abertausende Verbindungen gemäss den EN-Sicherheitsnormen zuverlässig herstellen. Zudem sind diese Systeme ausgelegt, um Übertragungsgeräte unterschiedlicher Hersteller mit verschiedenen Protokollen wie z.B. VdS 2465, DC09 oder proprietäre Protokolle zu betreiben und Meldungen auch mit Zusatzinformationen direkt an eine oder mehrere Leitstelle(n) zu übertragen. Kernparameter wie Verfügbarkeit und Alarmübertragungszeit werden in Echtzeit überwacht und stehen bei Bedarf für jedes Objekt oder jede kundenspezifische Objektgruppe als Report zur Verfügung.

Zusätzlicher Verkaufskanal
Für Leitstellen eröffnen sich völlig neue Vertriebsmöglichkeiten, wenn die Servicedienstleistungen auch auf einer Online-Plattform als Bundle angeboten werden. Ein Bundle verknüpft die Dienstleistung mit der notwendigen Hardware und individualisiert das Angebot für die entsprechende Leitstelle. Eine solche Plattform stellt Filterfunktionen für den Errichter oder den Kunden zur Verfügung, damit er das für ihn passende Bundle einfach finden, auswählen und bestellen kann. Weiter erhält die Leitstelle einen direkten Zugang zu registrierten Errichterfirmen.

Digitalisierte Prozesse
Die Standardprozesse zwischen Errichtern, Kunden, Leitstellen und Interventionskräften lassen sich praktisch durchgängig digitalisieren. Stellen Sie sich vor, dass Sie teilweise mehrseitige Aufschaltblätter und Massnahmenpläne, qualitativ hochwertig aufbereitet, auf dem elektronischen Weg für die Weiterverarbeitung zugestellt bekommen. Oder wieviel einfacher und zeitsparender es für die Hotline ist, wenn sie Zugriff auf die Objekt-historie hätte und rasch den aktuellen Gerätestatus prüfen könnte, um eine kompetente Auskunft geben zu können.

Fazit
Für Leitstellen ergeben sich durch die Nutzung einer solchen Plattform mehrere Vorteile: Kosteneinsparung durch Digitalisierung der internen und externen Prozesse sowie Auslagerung der Verantwortung für die Anbindung unterschiedlicher Übertragungsgeräte. Ferner entsteht ein zusätzlicher Vertriebskanal und die Möglichkeit zur Erweiterung der Angebotspalette, die sich aus der Prozess-Digitalisierung ergeben.

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